Donnerstag, 31. März 2011

Rezension: Die Identität von Milan Kundera

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Chantal und Jean-Marc sind ein ungleiches Paar: Sie, vier Jahre älter als Jean-Marc, musste bereits den Tod des eigenen Kindes sowie eine darauf folgende Scheidung verkraften, während er sich eher jugendlich ungebunden durch das Leben und verschiedenste Anstellungen treiben ließ. Eines Tages findet Jean-Marc, zuvor schon geplagt von einer unbestimmten Angst, seine Chantal nicht wieder zu erkennen, ihre verschiedenen Gesichter nicht mehr auseinander halten zu können, eben jene völlig verstört in ihrem Hotelzimmer vor. Alles, was Chantal sagen kann, ist: „Die Männer drehen sich nicht mehr nach mir um.“ (25) Was dieser Satz wirklich bedeutet, kann Jean-Marc, hin und her gerissen zwischen Eifersucht und Sorge um seine Partnerin, nur vage erahnen, denn Chantal errötet – zum ersten Mal seit ihrem Kennenlernen. Der Zwischenfall ist jedoch nicht lange Thema zwischen den Beiden, doch vergessen haben sie ihn keineswegs. Kurze Zeit später erhält Chantal dann Briefe von einem heimlichen Verehrer, die sie Jean-Marc vorenthält. Beflügelt von den schmeichelnden Worten eines geheimnisvollen Unbekannten, entwickelt sich ein Katz-und-Maus-Spiel in einer vertrackten Dreierkonstellation, bei dem die Grenzen zwischen Fantasie und Realität zusehends verschwimmen. Nachdenklich und verstört, so wird der Leser am Ende in seine eigene Wirklichkeit entlassen.

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Die Seitenangaben beziehen sich auf die Ausgabe, die 1998 im Hanser Verlag erschien.

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