Mittwoch, 6. April 2011

Rezension: Das weiße Abendkleid von Victoria Wolff

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Vier Frauen im Paris der 1930er Jahre, die unterschiedlicher nicht sein können: Die junge und unerfahrene Sonja ist Mannequin in einem edlen Modehaus, bestreitet diesen Beruf jedoch nur aus Geldnot. Anne ist erfolgreiche Filmschauspielerin, bereist, erfahren und eigenständig. Ihre Schwester Maria führt jedoch ein recht unglamouröses Leben in einer konventionellen Ehe. Und ihre neue Haushaltshilfe Ilka ist zwar jung, aber heimat- und irgendwie auch identitätslos. So verschieden die Frauen sein mögen, empfindet jede von ihnen eine ähnliche Unerfülltheit. Maria beschreibt dieses Zustand wie folgt: „Sie war eine Maschine gewesen, keine aus schwerem Metall, eine Maschine, die sich drehte, Lärm machte, Strom verbrauchte und doch nichts produzierte.“ (194) Doch das soll sich ändern.
Aufgrund zufälliger Verwicklungen haben diese vier Frauen nämlich das Vergnügen, einen Abend lang „ja joie tremblante“ (dt. die zitternde Freude) tragen zu dürfen. Durch diesen wunderbaren Traum in Weiß betrachten die Frauen sich in einem neuen Licht. Beschwingt von diesem Gefühl und durch die Macht des Zufalls ereignet sich für jede von ihnen eine schicksalhafte Begegnung, die ihrDenken und Leben  grundlegend verändert. Das Kleid markiert sozusagen den Scheitelpunkt, der ihr Dasein in ein ‚vorher’ und ‚nachher’ einteilt. Aus ‚wollen’ wird ‚werden’, aus ‚nein’ wird ‚ja’.
Das weiße Abendkleid spielt zu einer Zeit des Umbruchs, der vor den Lebensentwürfen der vier Protagonisten keinen Halt macht. Trotz vieler Turbulenzen und Hindernissen verkörpern diese pure Lebensbejahung.
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Die Seitenangaben beziehen sich auf die Ausgabe, die im Jahr 2006 im AvivA Verlag erschien. Diese Ausgabe ist gespickt mit Bildern des historischen Paris und bietet außerdem ein ausführliches Nachwort von Anke Heimberg.

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