Mittwoch, 20. Juli 2011

Rezension: The Locked Room von Paul Auster, Teil 3 der New York-Trilogie

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Stell dir vor, du bekommst nach Jahren ohne Kontakt Post von der Frau deines besten Jugendfreundes mit der Nachricht, dein Jugendfreund sei spurlos verschwunden und habe einen literarischen Nachlass großen Umfangs hinterlassen, um dessen Verwaltung du dich nun kümmern sollst. Genauso widerfährt es dem Protagonisten in Austers The Locked Room. Und ehe der sich versieht, kümmert er sich nicht nur um den literarischen Nachlass seines Freundes, sondern auch um seine Frau und sein Kind, obwohl er seinen Freund Fanshawe gar nicht tot glaubt. Jedenfalls kann er ihn nicht in Frieden ruhen lassen, geschweige denn selber Frieden finden…
The Locked Room ist, wie seine beiden Vorgänger City of Glass und Ghosts auch, ein Katz-und-Maus-Spiel, bei dem nicht immer klar ist, wer Jäger und Gejagter ist und wonach gesucht oder wovor geflohen wird. Der Romantitel wird schließlich zur allumfassenden Metapher für die Situation des Lesers. Die Grenzen zwischen Erzähler, Charakter und Autor verwischend wird selbst-reflexiv zusammengefasst:
„The end, however, is clear to me. I have not forgotten it, and I feel lucky to have kept that much. The entire story comes down to what happened at the end, and without that end inside me now, I could not have started this book. The same holds for the two books that come before it, City of Glass and Ghosts. These three stories are finally the same story, but each one represents a different stage of my awareness of what it is about. […] The story is not in the words, it’s in the struggle.” (294)

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Wie bereits bei den beiden anderen Teilen der New York-Trilogie, beziehen sich die Seitenangaben auf die Ausgabe, die 1999 im faber and faber-Verlag erschien.

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