Dienstag, 29. November 2011

Link-Tipp: Ist Lyrik nur das, was man daraus macht?

Besonders heutzutage, wo Gedichte völlig frei von Metrum und Reim sein dürfen, stellt man sich häufig die Frage: Was ist eigentlich Lyrik? Selbst die scheinbar minimalistische Definition, die besagt, dass man es mit einem Gedicht zu tun hat, wenn rechts ein breiter Rand frei bleibt, scheint im Angesicht von Werken der konkreten Poesie (wie beispielsweise Reinhard Döhls populäres „Apfel“-Gedicht (Link), das es sogar in die Deutschbücher geschafft hat) zweifelhaft.

Als ich vor ein paar Jahren im Hörsaal die Einführung in die Literaturwissenschaft verfolgte, hat unser Dozent uns einen Ausschnitt aus einer Handybedienungs-anleitung vorgelegt, diese natürlich nicht als solche deklariert, sondern uns ohne Kontext losinterpretieren lassen. Und plötzlich hatte dieser Text über Kommunikationsprobleme eine ganz neue Bedeutung.

Ist die Lyrik vielleicht also gar keine Gattung mehr, sondern vielmehr eine Sichtweise? Im Folgenden möchte ich euch zwei Links ans Herz legen, die mir persönlich sehr gut gefallen. Der erste Link führt euch zum zdf.kultur Marker Blog, wo ihr euch in der Rubrik PopLyrik vom Synchronsprecher Helmut Winkelmann verlesene Liedtexte in Übersetzung anschauen könnt. Am besten Gefällt mir da seine Interpretation von R.E.M.



Der zweite Link zeigt euch ein Video, welches diese Idee von Lyrik noch ein bisschen weiterführt. Und zwar seht ihr wie Blixa Bargeld, den die meisten wohl als Frontman der Einstürzenden Neubauten kennen, aus Hornbach-Prospekten liest.



Man mag zu diesen Ansätzen stehen, wie man will, letzten Endes tragen sie alle doch dazu bei, dass die Lyrik, was auch immer sie genau sein mag, lebendig bleibt.

Bericht: Besuch der Edgar Allan Poe National Historic Site in Philadelphia

Letzten Monat habe ich Philadelphia besucht und da durfte ein Abstecher zur Edgar Allan Poe National Historic Site natürlich nicht fehlen. Diese liegt jedoch fernab der typischen Touristenattraktionen in einer ruhigen, aber  - zugegeben - nicht allzu einladenden Nachbarschaft. Erreicht man dann 234 North Seventh Street, in der Nähe von Spring Garden, wird man schon in der Umgebung auf den einstigen Bewohner aufmerksam gemacht:


Der Eintritt in das Haus, das Poe während seiner sechs Jahre in Philadelphia (von 1838 bis 1844) wahrscheinlich zwischen dem Herbst des Jahres 1842 und Juni des Jahres 1843 mit seiner an Tuberkulose leidenden Frau Virginia, seiner Schwiegermutter und einer Katze bewohnte, ist gratis. Allerdings ist das Haus nur durch ein benachbartes Haus, in dem sich nebenbei bemerkt ein kleines Museum, ein Souvenirshop und ein schön eingerichtetes Lesezimmer befinden, erreichbar. Wer möchte, kann sich zur Einstimmung einen 20-minütigen Film über das Leben Poes anschauen. Darin erfährt man, dass Poe, während er in diesem Haus lebte, vermutlich einige seiner bekanntesten Kurzgeschichten verfasst hat, wie beispielsweise „The Black Cat“ oder „The Tell-Tale Heart“. Generell ist es sehr interessant, welch eine Inspiration das Großstadtleben Philadelphias für seine Geschichten, die mit ihrer eher düster anmutenden Atmosphäre das Genre Gothic nachhaltig prägten, war.

Mit einer Übersichtsskizze kann man dann das einstige Haus Poes (oder das, was davon übrig ist) selbst erkunden. Das Haus umfasst neben Erdgeschoss und erster Etage noch einen Dachboden und einen Keller - allerdings sind alle Räume leer, da keine Möbel überliefert wurden. Auch weiß man nicht mit Sicherheit, wie die einzelnen Zimmer genutzt wurden und, was natürlich besonders interessant wäre, wo Poe seinen Schreibtisch gehabt hat.


Trotzdem fühlt es sich unheimlich spannend an, dieselben schmalen Treppenstufen, die der Schriftsteller einst bestieg, hinaufzusteigen.

Den Rundgang beendet man durch den Hinterausgang, wo man vom Garten aus einen Blick auf die Fassade des Hauses werfen kann:


Für den Besuch der National Historic Site brauch man nicht allzu viel Zeit einplanen, wer allerdings beim Rundgang in Stimmung gekommen ist, kann im Anschluss noch im Lesesaal Platz nehmen und dort in den zur Verfügung gestellten Kopien von Manuskripten und Erstveröffentlichungen schmökern.



Obwohl es ein wenig enttäuschend ist, wie wenig Informationen es zu diesem Wohnsitz Poes gibt, ist ein Abstecher zur National Historic Site für jeden Liebhaber seiner Geschichten und Gedichte ein Muss!

Die Edgar Allan Poe National Historic Site hat auch eine Website (hier klicken), auf der man sich Fotos angucken, Poes Leben und ein paar seiner Werke nachlesen, sowie sich für einen eventuellen Besuch eine Wegbeschreibung holen kann.  


Dienstag, 15. November 2011

Link-Tipp: Galatea - Parchment, interaktive Literatur

Galatea - Parchment ist eine interaktive Geschichte. Zu Beginn betretet ihr, die die Identität eines Kunstkritikers annehmt, eine Gallerie. Und dort erwartet euch Galatea, eine zum Leben erwachte Statur:


„You come around a corner, away from the noise of the opening.

There is only one exhibit.  She stands in the spotlight, with her back to you: a sweep of pale hair on paler skin, a column of emerald silk that ends in a pool at her feet.  She might be the model in a perfume ad; the trophy wife at a formal gathering; one of the guests at this very opening, standing on an empty pedestal in some ironic act of artistic deconstruction --

You hesitate, about to turn away.  Her hand balls into a fist.

"They told me you were coming."”


Nun ist es an euch, die Handlung mittels Eingaben voranzutreiben. Wer noch nie zuvor mit solch interaktiver Literatur zu tun hatte, der tippt am besten erst einmal ‚help’ und bekommt anschließend eine kleine Einführung und eine Liste der möglichen Befehle. Galatea reagiert auf das, was ihr sagt oder macht, und erinnert auch euren Konversationsverlauf, so dass jeder Durchlauf individuell ist. Wenn einem jedoch nicht die richtigen Befehle einfallen, kann die Interaktion ein wenig mühsam werden; dennoch macht Galatea - Parchment süchtig, denn man möchte so viel wie möglich aus dieser unheimlich lebendigen Statur rauskitzeln, ihr Vertrauen gewinnen und möglichst viel über sie und insbesondere über ihr Verhältnis zu ihrem Schöpfer erfahren. Auch erfahrt ihr bestenfalls immer mehr über den Charakter des Kritikers, aus dessen Perspektive ihr mit Galatea agiert. In dieser Hinsicht ist dieses Werk von Emily Short nicht nur interaktive Literatur, sondern auch ein Kommentar über das Verhältnis zwischen Kunst, Künstler und Kritiker.

Wer Lust hat, Galatea - Parchment einmal auszuprobieren, klickt einfach den folgenden Link:




Rezension: Water for Elephants von Sara Gruen

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Gruens Roman eröffnet mit einem starken Prolog: Die Tiere sind los! Und inmitten des Chaos beobachtet der Protagonist eine grausame Gewalttat über die er sein Leben lang schweigen wird… zumindest bis er uns seine Lebensgeschichte erzählt.
Der Prolog wird anschließend kontrastiert mit dem 1. Kapitel, dessen Handlung in einem Altenpflegeheim angesiedelt ist. Unser Protagonist und Erzähler ist nun 90 Jahre alt, oder 93 (so genau weiß er das selbst nicht mehr), und sein derzeitiges Dahinvegetieren könnte nicht unterschiedlicher sein von seinem einstigen Zirkusleben. Die Erinnerungen daran bekommen wir in den folgenden Kapiteln geschildert, immer mal wieder unterbrochen durch den Pflegeheimalltag. So erfahren wir dass Jacob Jankowski, so heißt unsere Hauptfigur, im Alter von 23 Jahren sein Tiermedizinstudium an einer Eliteuniversität schmeißen musste, weil seine Eltern bei einem Autounfall ums Leben gekommen sind und ihm nicht einen Dollar hinterlassen haben. Jacob kehrt seinem alten Leben den Rücken und gerät, wie ihr es euch sicher schon denken könnt, durch Zufall an einen Wanderzirkus namens „Benzini Brothers Most Spectacular Show on Earth“.
Water for Elephants ist thematisch in erster Linie ein Roman über das (Über-)Leben während der Großen Depression. Das Zirkusleben wird dabei nicht romantisiert; die miteinbezogenen authentischen Fotografien mögen das zwar zunächst vermuten lassen, doch Gewalt gegen Tiere und Menschen wird nicht ausgespart. Treibende Kraft hinter der Handlung ist Jacobs Liebe für Rosie, eine Elefantendame, und Marlena, eine Pferdeakrobatin. Letztere ist jedoch mit ihrem Trainer verheiratet… Diese Dreieckskonstellation bietet selbstverständlich jede Menge Konfliktpotential. In dieser Hinsicht reiht sich Gruens Roman in ein recht traditionelles und konventionelles Schema ein - die Handlung ist leider vorausschaubar und glänzt bestenfalls durch seinen Schauplatz. Im Englischen würde ich Water for Elephants salopp als ‚easy read book’ abtun. Too easy. 

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Übrigens schrieb Gruen den Roman ursprünglich als Beitrag zum National Novel Writing Month NaNoWriMo.

Donnerstag, 10. November 2011

Rezension: The Imperfectionists von Tom Rachman

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Rachmans Debüt dreht sich inhaltlich rund um die Redaktion einer englischsprachigen Tageszeitung in Rom und zeichnet sich in erster Linie durch seinen formalen Ansatz aus: Jedes Kapitel liest sich wie eine individuelle Kurzgeschichte aus der Perspektive eines Mitarbeiters; als roten Faden, der sich durch den gesamten Roman zieht und die einzelnen Geschichten zu einem kohärenten Ganzen vereint, gibt es am Ende jedes Kapitels ein paar wenige Seiten, die dem Leser fragmentarisch Einsicht in die Entstehungsgeschichte der Zeitung gewähren.
Den einzelnen Geschichten unterliegt ein gemeinsames (Kontrast-)programm: Während innerhalb der Zeitungsredaktion Oberflächlichkeit bis hin zur Anonymität herrscht, gibt es in den Geschichten intime Einblicke ins Privatleben der Beteiligten. So erlebt der Leser mit, wie beispielsweise Abbey Pinnola, auch schlicht „Accounts Payable“ genannt, bei einem Liebesabenteuer eingeholt wird von einer Personalentscheidung. Oder er erfährt, warum Ornella De Monterecchi, die treuste Leserin des Blattes, die jede Ausgabe von vorne bis hinten studiert und deswegen rund 10 Jahre im Rückstand ist, ausgerechnet die Ausgabe vom 24. April 1994 nicht finden kann und warum das ihr Leben für immer verändert. Obwohl die kleinen privaten Dramen der Mitarbeiter so viel unbedeutender scheinen als die Schlagzeilen, die die Zeitung abdruckt und die außerdem jedes Kapitel küren, sind sie doch umso interessanter, da greifbarer, menschlicher.
Nichtsdestotrotz ist der Ton in Rachmans Roman nicht durchweg ernst, denn im Alltag der Mitarbeiter gibt es so einige Kuriositäten zum Schmunzeln. Tragisch-komisch ist da wohl das passende Attribut. Und wenn dieses Buch eine Nachricht in sich birgt, dann ist es der altbekannte Slogan „Nobody is perfect“, gepaart mit „Es ist nicht alles Gold, was glänzt“ und Robert Frosts Lebensweisheit „Was ich vom Leben gelernt habe, kann ich in drei Worte fassen: Es geht weiter.“
Nichts Neues? Aber dennoch mit viel Mühe verpackt und schön zu lesen.

Montag, 7. November 2011

Samstag, 5. November 2011

Tipp: Neuverfilmung von Jane Eyre

Am 1. Dezember ist es so weit: Eine Neuauflage von Jane Eyre, dem Klassiker von Charlotte Brontë, kommt endlich auch in die deutschen Kinos! In der Hauptrolle zu sehen ist Mia Wasikowska und der Trailer lässt vermuten, dass der Film eine recht düstere und unheimliche Richtung einschlägt.

Natürlich will ich euch den Trailer nicht vorenthalten:


Jane Eyre wurde schon häufig filmisch umgesetzt; was für einen Einfluss die Interpretation des Romans auf die filmische Umsetzung hat, kann man schön an dem folgenden Beispiel erkennen. 
Dieser Videoclip zeigt einen Vergleich einer Szene in drei verschiedenen Produktionen (jeweils im englischsprachigen Original). Bei den Versionen handelt es sich um Julian Amyes' Fernsehproduktion aus dem Jahr 1983, Franco Zeffirellis Kinofilm aus dem Jahr 1996 sowie um Susanna Whites Fernseh-Miniserie aus dem Jahr 2006.




Die Textpassage zu der obigen Filmsequenz liest sich wie folgt: 
"On the hill-top above me sat the rising moon; pale yet as a cloud, but brightening momentarily, she looked over Hay, which, half lost in trees, sent up a blue smoke from its few chimneys: it was yet a mile distant, but in the absolute hush I could hear plainly its thin murmurs of life.  My ear, too, felt the flow of currents; in what dales and depths I could not tell: but there were many hills beyond Hay, and doubtless many becks threading their passes.  That evening calm betrayed alike the tinkle of the nearest streams, the sough of the most remote.
A rude noise broke on these fine ripplings and whisperings, at once so far away and so clear: a positive tramp, tramp, a metallic clatter, which effaced the soft wave-wanderings; as, in a picture, the solid mass of a crag, or the rough boles of a great oak, drawn in dark and strong on the foreground, efface the aërial distance of azure hill, sunny horizon, and blended clouds where tint melts into tint.
The din was on the causeway: a horse was coming; the windings of the lane yet hid it, but it approached.  I was just leaving the stile; yet, as the path was narrow, I sat still to let it go by.  In those days I was young, and all sorts of fancies bright and dark tenanted my mind: the memories of nursery stories were there amongst other rubbish; and when they recurred, maturing youth added to them a vigour and vividness beyond what childhood could give.  As this horse approached, and as I watched for it to appear through the dusk, I remembered certain of Bessie’s tales, wherein figured a North-of-England spirit called a “Gytrash,” which, in the form of horse, mule, or large dog, haunted solitary ways, and sometimes came upon belated travellers, as this horse was now coming upon me.
It was very near, but not yet in sight; when, in addition to the tramp, tramp, I heard a rush under the hedge, and close down by the hazel stems glided a great dog, whose black and white colour made him a distinct object against the trees.  It was exactly one form of Bessie’s Gytrash—a lion-like creature with long hair and a huge head: it passed me, however, quietly enough; not staying to look up, with strange pretercanine eyes, in my face, as I half expected it would.  The horse followed,—a tall steed, and on its back a rider.  The man, the human being, broke the spell at once.  Nothing ever rode the Gytrash: it was always alone; and goblins, to my notions, though they might tenant the dumb carcasses of beasts, could scarce covet shelter in the commonplace human form.  No Gytrash was this,—only a traveller taking the short cut to Millcote.  He passed, and I went on; a few steps, and I turned: a sliding sound and an exclamation of “What the deuce is to do now?” and a clattering tumble, arrested my attention.  Man and horse were down; they had slipped on the sheet of ice which glazed the causeway.  The dog came bounding back, and seeing his master in a predicament, and hearing the horse groan, barked till the evening hills echoed the sound, which was deep in proportion to his magnitude.  He snuffed round the prostrate group, and then he ran up to me; it was all he could do,—there was no other help at hand to summon.  I obeyed him, and walked down to the traveller, by this time struggling himself free of his steed.  His efforts were so vigorous, I thought he could not be much hurt; but I asked him the question—
“Are you injured, sir?”
I think he was swearing, but am not certain; however, he was pronouncing some formula which prevented him from replying to me directly.
“Can I do anything?” I asked again.
“You must just stand on one side,” he answered as he rose, first to his knees, and then to his feet.  I did; whereupon began a heaving, stamping, clattering process, accompanied by a barking and baying which removed me effectually some yards’ distance; but I would not be driven quite away till I saw the event.  This was finally fortunate; the horse was re-established, and the dog was silenced with a “Down, Pilot!”  The traveller now, stooping, felt his foot and leg, as if trying whether they were sound; apparently something ailed them, for he halted to the stile whence I had just risen, and sat down.
I was in the mood for being useful, or at least officious, I think, for I now drew near him again.
“If you are hurt, and want help, sir, I can fetch some one either from Thornfield Hall or from Hay.”
“Thank you: I shall do: I have no broken bones,—only a sprain;” and again he stood up and tried his foot, but the result extorted an involuntary “Ugh!”
Something of daylight still lingered, and the moon was waxing bright: I could see him plainly.  His figure was enveloped in a riding cloak, fur collared and steel clasped; its details were not apparent, but I traced the general points of middle height and considerable breadth of chest.  He had a dark face, with stern features and a heavy brow; his eyes and gathered eyebrows looked ireful and thwarted just now; he was past youth, but had not reached middle-age; perhaps he might be thirty-five.  I felt no fear of him, and but little shyness.  Had he been a handsome, heroic-looking young gentleman, I should not have dared to stand thus questioning him against his will, and offering my services unasked.  I had hardly ever seen a handsome youth; never in my life spoken to one.  I had a theoretical reverence and homage for beauty, elegance, gallantry, fascination; but had I met those qualities incarnate in masculine shape, I should have known instinctively that they neither had nor could have sympathy with anything in me, and should have shunned them as one would fire, lightning, or anything else that is bright but antipathetic.
If even this stranger had smiled and been good-humoured to me when I addressed him; if he had put off my offer of assistance gaily and with thanks, I should have gone on my way and not felt any vocation to renew inquiries: but the frown, the roughness of the traveller, set me at my ease: I retained my station when he waved to me to go, and announced—
“I cannot think of leaving you, sir, at so late an hour, in this solitary lane, till I see you are fit to mount your horse.”
He looked at me when I said this; he had hardly turned his eyes in my direction before.
“I should think you ought to be at home yourself,” said he, “if you have a home in this neighbourhood: where do you come from?”
“From just below; and I am not at all afraid of being out late when it is moonlight: I will run over to Hay for you with pleasure, if you wish it: indeed, I am going there to post a letter.”
“You live just below—do you mean at that house with the battlements?” pointing to Thornfield Hall, on which the moon cast a hoary gleam, bringing it out distinct and pale from the woods that, by contrast with the western sky, now seemed one mass of shadow.
“Yes, sir.”
“Whose house is it?”
“Mr. Rochester’s.”
“Do you know Mr. Rochester?”
“No, I have never seen him.”
“He is not resident, then?”
“No.”
“Can you tell me where he is?”
“I cannot.”
“You are not a servant at the hall, of course.  You are—”  He stopped, ran his eye over my dress, which, as usual, was quite simple: a black merino cloak, a black beaver bonnet; neither of them half fine enough for a lady’s-maid.  He seemed puzzled to decide what I was; I helped him.
“I am the governess.”
“Ah, the governess!” he repeated; “deuce take me, if I had not forgotten!  The governess!” and again my raiment underwent scrutiny.  In two minutes he rose from the stile: his face expressed pain when he tried to move.
“I cannot commission you to fetch help,” he said; “but you may help me a little yourself, if you will be so kind.”
“Yes, sir.”
“You have not an umbrella that I can use as a stick?”
“No.”
“Try to get hold of my horse’s bridle and lead him to me: you are not afraid?”
I should have been afraid to touch a horse when alone, but when told to do it, I was disposed to obey.  I put down my muff on the stile, and went up to the tall steed; I endeavoured to catch the bridle, but it was a spirited thing, and would not let me come near its head; I made effort on effort, though in vain: meantime, I was mortally afraid of its trampling fore-feet.  The traveller waited and watched for some time, and at last he laughed.
“I see,” he said, “the mountain will never be brought to Mahomet, so all you can do is to aid Mahomet to go to the mountain; I must beg of you to come here.”
I came.  “Excuse me,” he continued: “necessity compels me to make you useful.”  He laid a heavy hand on my shoulder, and leaning on me with some stress, limped to his horse.  Having once caught the bridle, he mastered it directly and sprang to his saddle; grimacing grimly as he made the effort, for it wrenched his sprain.
“Now,” said he, releasing his under lip from a hard bite, “just hand me my whip; it lies there under the hedge.”
I sought it and found it.
“Thank you; now make haste with the letter to Hay, and return as fast as you can.”
A touch of a spurred heel made his horse first start and rear, and then bound away; the dog rushed in his traces; all three vanished," 
(aus Jane Eyre, Buch 1/Kapitel XII, Quelle)

Dass bei einer Literaturverfilmung, ganz besonders wenn man so eine dicke Buchvorlage wie Jane Eyre hat, Schwerpunkte gesetzt werden müssen, sieht man in dem obigen Beispiel besonders gut. Die Auswahl des Drehortes, die Schauspieler und die Atmosphäre sind dabei Ausdruck der Interpretation der literarischen Vorlage. Welche Version am besten zusagt, sei deswegen jedem selbst überlassen!