Dienstag, 29. November 2011

Bericht: Besuch der Edgar Allan Poe National Historic Site in Philadelphia

Letzten Monat habe ich Philadelphia besucht und da durfte ein Abstecher zur Edgar Allan Poe National Historic Site natürlich nicht fehlen. Diese liegt jedoch fernab der typischen Touristenattraktionen in einer ruhigen, aber  - zugegeben - nicht allzu einladenden Nachbarschaft. Erreicht man dann 234 North Seventh Street, in der Nähe von Spring Garden, wird man schon in der Umgebung auf den einstigen Bewohner aufmerksam gemacht:


Der Eintritt in das Haus, das Poe während seiner sechs Jahre in Philadelphia (von 1838 bis 1844) wahrscheinlich zwischen dem Herbst des Jahres 1842 und Juni des Jahres 1843 mit seiner an Tuberkulose leidenden Frau Virginia, seiner Schwiegermutter und einer Katze bewohnte, ist gratis. Allerdings ist das Haus nur durch ein benachbartes Haus, in dem sich nebenbei bemerkt ein kleines Museum, ein Souvenirshop und ein schön eingerichtetes Lesezimmer befinden, erreichbar. Wer möchte, kann sich zur Einstimmung einen 20-minütigen Film über das Leben Poes anschauen. Darin erfährt man, dass Poe, während er in diesem Haus lebte, vermutlich einige seiner bekanntesten Kurzgeschichten verfasst hat, wie beispielsweise „The Black Cat“ oder „The Tell-Tale Heart“. Generell ist es sehr interessant, welch eine Inspiration das Großstadtleben Philadelphias für seine Geschichten, die mit ihrer eher düster anmutenden Atmosphäre das Genre Gothic nachhaltig prägten, war.

Mit einer Übersichtsskizze kann man dann das einstige Haus Poes (oder das, was davon übrig ist) selbst erkunden. Das Haus umfasst neben Erdgeschoss und erster Etage noch einen Dachboden und einen Keller - allerdings sind alle Räume leer, da keine Möbel überliefert wurden. Auch weiß man nicht mit Sicherheit, wie die einzelnen Zimmer genutzt wurden und, was natürlich besonders interessant wäre, wo Poe seinen Schreibtisch gehabt hat.


Trotzdem fühlt es sich unheimlich spannend an, dieselben schmalen Treppenstufen, die der Schriftsteller einst bestieg, hinaufzusteigen.

Den Rundgang beendet man durch den Hinterausgang, wo man vom Garten aus einen Blick auf die Fassade des Hauses werfen kann:


Für den Besuch der National Historic Site brauch man nicht allzu viel Zeit einplanen, wer allerdings beim Rundgang in Stimmung gekommen ist, kann im Anschluss noch im Lesesaal Platz nehmen und dort in den zur Verfügung gestellten Kopien von Manuskripten und Erstveröffentlichungen schmökern.



Obwohl es ein wenig enttäuschend ist, wie wenig Informationen es zu diesem Wohnsitz Poes gibt, ist ein Abstecher zur National Historic Site für jeden Liebhaber seiner Geschichten und Gedichte ein Muss!

Die Edgar Allan Poe National Historic Site hat auch eine Website (hier klicken), auf der man sich Fotos angucken, Poes Leben und ein paar seiner Werke nachlesen, sowie sich für einen eventuellen Besuch eine Wegbeschreibung holen kann.  


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