Dienstag, 29. November 2011

Link-Tipp: Ist Lyrik nur das, was man daraus macht?

Besonders heutzutage, wo Gedichte völlig frei von Metrum und Reim sein dürfen, stellt man sich häufig die Frage: Was ist eigentlich Lyrik? Selbst die scheinbar minimalistische Definition, die besagt, dass man es mit einem Gedicht zu tun hat, wenn rechts ein breiter Rand frei bleibt, scheint im Angesicht von Werken der konkreten Poesie (wie beispielsweise Reinhard Döhls populäres „Apfel“-Gedicht (Link), das es sogar in die Deutschbücher geschafft hat) zweifelhaft.

Als ich vor ein paar Jahren im Hörsaal die Einführung in die Literaturwissenschaft verfolgte, hat unser Dozent uns einen Ausschnitt aus einer Handybedienungs-anleitung vorgelegt, diese natürlich nicht als solche deklariert, sondern uns ohne Kontext losinterpretieren lassen. Und plötzlich hatte dieser Text über Kommunikationsprobleme eine ganz neue Bedeutung.

Ist die Lyrik vielleicht also gar keine Gattung mehr, sondern vielmehr eine Sichtweise? Im Folgenden möchte ich euch zwei Links ans Herz legen, die mir persönlich sehr gut gefallen. Der erste Link führt euch zum zdf.kultur Marker Blog, wo ihr euch in der Rubrik PopLyrik vom Synchronsprecher Helmut Winkelmann verlesene Liedtexte in Übersetzung anschauen könnt. Am besten Gefällt mir da seine Interpretation von R.E.M.



Der zweite Link zeigt euch ein Video, welches diese Idee von Lyrik noch ein bisschen weiterführt. Und zwar seht ihr wie Blixa Bargeld, den die meisten wohl als Frontman der Einstürzenden Neubauten kennen, aus Hornbach-Prospekten liest.



Man mag zu diesen Ansätzen stehen, wie man will, letzten Endes tragen sie alle doch dazu bei, dass die Lyrik, was auch immer sie genau sein mag, lebendig bleibt.

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