Dienstag, 15. November 2011

Rezension: Water for Elephants von Sara Gruen

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Gruens Roman eröffnet mit einem starken Prolog: Die Tiere sind los! Und inmitten des Chaos beobachtet der Protagonist eine grausame Gewalttat über die er sein Leben lang schweigen wird… zumindest bis er uns seine Lebensgeschichte erzählt.
Der Prolog wird anschließend kontrastiert mit dem 1. Kapitel, dessen Handlung in einem Altenpflegeheim angesiedelt ist. Unser Protagonist und Erzähler ist nun 90 Jahre alt, oder 93 (so genau weiß er das selbst nicht mehr), und sein derzeitiges Dahinvegetieren könnte nicht unterschiedlicher sein von seinem einstigen Zirkusleben. Die Erinnerungen daran bekommen wir in den folgenden Kapiteln geschildert, immer mal wieder unterbrochen durch den Pflegeheimalltag. So erfahren wir dass Jacob Jankowski, so heißt unsere Hauptfigur, im Alter von 23 Jahren sein Tiermedizinstudium an einer Eliteuniversität schmeißen musste, weil seine Eltern bei einem Autounfall ums Leben gekommen sind und ihm nicht einen Dollar hinterlassen haben. Jacob kehrt seinem alten Leben den Rücken und gerät, wie ihr es euch sicher schon denken könnt, durch Zufall an einen Wanderzirkus namens „Benzini Brothers Most Spectacular Show on Earth“.
Water for Elephants ist thematisch in erster Linie ein Roman über das (Über-)Leben während der Großen Depression. Das Zirkusleben wird dabei nicht romantisiert; die miteinbezogenen authentischen Fotografien mögen das zwar zunächst vermuten lassen, doch Gewalt gegen Tiere und Menschen wird nicht ausgespart. Treibende Kraft hinter der Handlung ist Jacobs Liebe für Rosie, eine Elefantendame, und Marlena, eine Pferdeakrobatin. Letztere ist jedoch mit ihrem Trainer verheiratet… Diese Dreieckskonstellation bietet selbstverständlich jede Menge Konfliktpotential. In dieser Hinsicht reiht sich Gruens Roman in ein recht traditionelles und konventionelles Schema ein - die Handlung ist leider vorausschaubar und glänzt bestenfalls durch seinen Schauplatz. Im Englischen würde ich Water for Elephants salopp als ‚easy read book’ abtun. Too easy. 

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Übrigens schrieb Gruen den Roman ursprünglich als Beitrag zum National Novel Writing Month NaNoWriMo.

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