Dienstag, 28. Februar 2012

Rezension: The Life and Opinions of Maf the Dog and of his Friend Marilyn Monroe von Andrew O'Hagan



In diesem Roman werden die letzten beiden Jahre der wahrscheinlich berühmtesten Blondine geschildert - aus der Sicht ihres Hundes! Doch Mafia Honey - kurz: Maf - ist kein gewöhnlicher Schoßhund: „As you know, canines are not so hot with the eyes. Not with colour, anyhow. But our ears and noses make up for it. Unlike humans, we can hear what people are saying to themselves, and we can sniff illusion.” (26) Außerdem ist Maf sehr gebildet und kann alle klassischen Philosophen und Literaten auswendig zitieren. Wie es dazu kam, dass er diese ganz besondere Erziehung genoss, und wie er dann über Frank Sinatra schließlich zu seinem geliebten Frauchen Marilyn kam, wird in den ersten fünf Kapiteln des Buches erzählt. Ungeduldig fiebert der Leser dabei den Auftritt der Monroe entgegen, welche bekannterweise gerne häufiger auf sich warten ließ.
Doch ist sie erst einmal da, so schließt man sie sofort ins Herz. Das Herz der Schauspielerin, so merkt man schnell, ist jedoch sehr zerbrechlich. Wie der Leser durch die Augen und Ohren Mafs erfährt, hat Marilyn besonders nach der Trennung von Arthur Miller und ihren vergeblichen Versuchen, in New York als seriöse Schauspielerin Fuß zu Fassen und das inhaltslose Scheindasein Hollywoods hinter sich zu lassen, immer mehr mit Selbstzweifeln zu kämpfen. Die genaue Natur dieser bleibt allerdings auch für den schlauen Hund schleierhaft; die Erzählperspektive ist durch diesen speziellen Blickwinkel unweigerlich eingeschränkt: „I can’t pretend that I ever truly understand what ailed my owner; it was the human thing, the burden of self-consciousness that weighs down the day.“ (152) Aus diesem Grund bleibt abschließend festzuhalten, dass die Idee, die Geschichte einer Ikone, die bereits schon aus so vielen Blickwinkeln betrachtet wurde, aus der Hundeperspektive zu erzählen, zwar recht amüsant ist, aber dass O’Hagans Roman letzten Endes auch keine neuen Einsichten in das Leben (und den tragischen Tod) der Marilyn Monroe liefert. 




Eine weitere, besonders kreative Rezension zu O'Hagans Roman findet ihr übrigens hier: 
(englisch, verfasst aus der Sicht von Brian, dem Hund aus Family Guy)

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Dieses Buch ist mein Februar-Beitrag zur "I'm in: English Challenge... reloaded". Die Seitenangaben beziehen sich auf die Ausgabe, die 2010 bei faber and faber erschien.


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